Lockheed L1649A "Super Star"

Die erste "Super Star" der Lufthansa ging 1958 an den Start. Nach ihrer Restaurierung soll sich die Flugzeuglegende wieder in die Lüfte erheben.

01/2009 | Instandsetzung nimmt Fahrt auf

Mit dem Roll-in der Lockheed L1649A "Super Star" in einen neuen Überholungshangar am Flughafen Auburn-Lewiston im US-Bundesstaat Maine tritt die Instandsetzung des historischen Langstreckenflugzeugs der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung in eine neue Phase.
Nach den bisherigen Vorarbeiten im Freien beginnt nun die eigentliche, wettergeschützte Instandsetzung durch das Expertenteam der Lufthansa Technik in einer vom Flughafen neu errichteten Halle.

Vor knapp einem Jahr beauftragte uns die Lufthansa Berlin-Stiftung mit der flugfähigen Instandsetzung der "Super Star". Für das Projektteam ist die Einweihung des Hangars ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer wieder flugtüchtigen "Super Star". Ich freue mich, dass diese Halle nun für dieses anspruchsvolle Projekt zur Verfügung steht«, so August Wilhelm Henningsen, Vorsitzender des Vorstandes der Lufthansa Technik AG am 20. November bei der feierlichen Einweihung der Halle im amerikanischen Auburn/Maine. »Eine Lockheed L1649A wieder in die Luft zu bringen, ist eine ganz besondere Ehre für die Lufthansa Technik als Unternehmen und alle unsere Mitarbeiter.

Bevor die N7316C jetzt im neuen Hangar im ersten Schritt einem intensiven D-Check unterzogen wird, hatte das Lufthansa Technik Team bereits viele Bauteile demontiert, die nicht zur primären Struktur des Flugzeugs gehören. Dazu zählen das Radom am Bug, Landeklappen, Ruder, Verkleidungen und die Triebwerke. Auch das komplette Leitwerk wurde schon abgebaut und dem nordamerikanischen Tochterunternehmen der Lufthansa Technik, BizJet in Tulsa/Oklahoma, zur Überholung übergeben. Parallel dazu arbeitet bereits ein amerikanischer Triebwerksspezialist an der Instandsetzung der historischen Curtiss-Wright-Motoren.

Im Hangar beginnen nun an der primären Flugzeugstruktur umfassende Kontrollen auf Korrosion und Materialermüdung. Die verschiedenen Systeme werden aufwendig überholt, Kabel und Leitungen erneuert. Das Cockpit wird auf den technologisch modernsten Stand gebracht, behält aber seine historische Anordnung. Auch die Kabine wird nach historischem Vorbild restauriert. Nach heutiger Einschätzung der Techniker soll sich die Legende "Super Star" ab 2011 wieder in die Lüfte erheben.

In Auburn/Maine arbeiten neben dem Kernteam der Lufthansa Technik zwölf qualifizierte Mechaniker am Flugzeug. Geräte und Komponenten wie auch die Triebwerke werden vorwiegend von Spezialisten in den USA und bei der Lufthansa Technik AG in den USA und in Deutschland bearbeitet. Ein Ingenieurs-Team koordiniert vor Ort die Restaurierung der "Super Star". Für befristete Einsätze entsendet das Hamburger Unternehmen darüber hinaus auch Auszubildende nach Auburn.

Modernisiertes Cockpit
Auch im Cockpit haben die Lufthansa-Techniker bereits mit dem Ausbau der ursprünglichen Fluginstrumente begonnen. Die analogen Anzeigen von Kapitän und Kopilot werden künftig primär durch vier Flachbildschirme ersetzt. Schon heute ist für den Betrieb eines Flugzeugs in der Transport Category ein erheblicher navigatorischer Aufwand erforderlich, für den weitaus mehr Instrumente als in den 50er Jahren benötigt werden. Da alle Prognosen darauf hindeuten, dass das Flugverkehrsaufkommen in den künftigen Jahrzehnten des L1649A-Einsatzes bei der DLBS eher noch weiter ansteigen wird, ist mit weiteren Anforderungen der Zulassungsbehörden zu rechnen. Um die vielen Zusatzinstrumente in dem relativ schmalen Starliner-Instrumentenbrett zu integrieren, musste der Lufthansa Technik-Avionikexperte der L1649A Leitungsrunde notgedrungen auf insgesamt vier Flachbildschirme zur zusammenfassenden Darstellung der diversen Navigationsanzeigen zurückgreifen. Eine Reminiszenz an die Geschichte des Flugzeugs ist hingegen der Einbau von einzelnen Rundinstrumenten, die zumindest auf den ersten Blick den Bogen zu den "guten alten Zeiten" spannen.

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Spezialisten aus den USA und Deutschland arbeiten hart daran, damit die "Super Star" wieder fliegen kann.
Nach dem Ausbau der alten Fluginstrumente erhält die "Super Star" ein Cockpit nach modernsten Standards.